Volle Energie Voraus

Die Techniker der Fachschule auf den Spuren der Energiewende

Erasmus+ Abenteuer im Zeichen von Wind, Wasser und Sonne
Im Wahlfach „Regenerative Energien“ drehte sich in diesem Schuljahr für die angehenden Techniker der Fachschule Elektro- und Maschinenbautechnik alles um die Zukunft unserer Energieversorgung. Vorab wurden im Unterricht die verschiedenen erneuerbaren Energiequellen fundiert verglichen. Besonders im Fokus stand dabei die Auslegung und Planung privater Photovoltaik-Anlagen inklusive Amortisationsrechnung. Es ist faszinierend zu sehen, wie schnell sich eine PV-Anlage oder auch ein kompaktes Balkonkraftwerk heute rechnet. Doch die graue Theorie war nur das Fundament für das, was folgen sollte.
Praxis pur: Windrad-Bau im Waldviertel
Das absolute Highlight des Jahres war die 10-tägige Lehrfahrt nach Österreich, die unsere Schule und das Berufsförderungsinstitut (BFI) eng zusammenbrachte. Finanziert und ermöglicht wurde diese wertvolle Erfahrung durch das Programm Erasmus+. Erste Station war das Klimaschutz-Ausbildungszentrum des BFI in Sigmundsherberg im Waldviertel. Unter der fachkundigen Anleitung von Jonathan Schreiber von pure selfmade absolvierten die Schüler einen intensiven Windkraft-Workshop. Hier waren echter Teamgeist und handwerkliches Geschick gefragt: Es floss reichlich Schweiß beim Hobeln der Holzrotoren für das Kleinwindkraftrad mit stolzen 2,2 Metern Durchmesser. Der Stator wurde in präziser Teamarbeit selbst gewickelt und gegossen. Das Ergebnis konnte sich am Ende mehr als sehen lassen: Nach dem Aufbau wurde das voll funktionsfähige Windrad erfolgreich getestet – ein großartiges Erfolgserlebnis!
Kraftwerks-Tour: Von historischen Speichern zur modernen Großbatterie
An den folgenden Tagen standen diverse Exkursionen auf dem Programm, die eindrucksvoll zeigten, wie die Energiewende in der Praxis aussieht. Österreich deckt bereits 82 % seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien. Ein großer Standortvorteil ist dabei die Wasserkraft
– allein das enorme Gefälle der Donau von Passau bis Wien prädestiniert das Land für diese Technologie. Auf unserer Tour besichtigten wir die unterschiedlichsten Anlagen.
Architektur, Recycling und ein Stück Heimat
Die letzten Tage der Fahrt führten in die Hauptstadt Wien. Dort stand die von Friedensreich Hundertwasser künstlerisch gestaltete Müllverbrennungsanlage Spittelau auf dem Plan. Es war tief beeindruckend zu sehen, wie effizient und gleichzeitig architektonisch ansprechend das Thema Müll und Recycling in einer Millionenmetropole gehandhabt wird. Auf der Heimfahrt machten wir noch Halt bei der W.E.B., wo wir spannende Einblicke in die komplexe Planung von Windkraftanlagen erhielten. Ein Highlight für unsere angehenden Maschinenbautechniker: Wir durften in die Gondel einer Windkraftanlage klettern und entdeckten dort zahlreiche Getriebe der Zahnradfabrik – ein schönes Stück Passauer Heimat inmitten der österreichischen Windenergie.
Diese 10-tägige Fahrt war durch und durch lehrreich. Die Schüler haben viel gelernt, mit den eigenen Händen etwas Großartiges geschaffen und
blicken nun mit einer völlig neuen, praxisnahen Perspektive auf die Energiewende. Ein herzlicher Dank geht an das BFI Sigmundsherberg für
die herausragende Organisation und Partnerschaft sowie an das Erasmus+ Programm, ohne dessen Förderung dieses Projekt nicht möglich
gewesen wäre.