Unterwegs nach München zum Lernort Staatsregierung
Aus jährlich 400 Bewerbungen bei der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit ergatterte unsere Schule eine der 100 Lehrfahrten zu einem Bayerischen Ministerium: Im April tauschte die Klasse IT10C Klassenzimmer und Stundenplan mit einem Besuchstag im
Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Auf den ersten Blick überraschte die Auswahl des Ministeriums für angehende
Fachinformatiker, doch die Vielzahl der Berührungspunkte im beruflichen wie in privaten Lebensbereichen belegten schnell die Relevanz.
Es war eine organisatorische Herausforderung, die Auszubildenden aus den unterschiedlichsten Wohnorten, die finanzielle Förderung und den
dennoch notwendigen Eigenbeitrag, für einen sehr langen Tag ohne Überstundenvergütung „auf den Weg“ zu bringen. Das bedeutete um 06:00 Uhr früh Abfahrt, um pünktlich kurz vor 10:00 Uhr am Ministerium einzutreffen. Dort wurden wir herzlich von Frau Marion Schalk aus dem
Referat für Öffentlichkeitsarbeit und Herrn Schmidt von der BLZ empfangen – und zwar nicht nur mit freundlichen Worten, sondern auch mit
einer hervorragenden Brotzeit!
Zum Einstieg erhielten die Schülerinnen und Schüler einen informativen Einblick in die Struktur und die tägliche Arbeit des Ministeriums.
Besonders spannend: der direkte Bezug zur Region mit dem staatlichen Bauamt in Passau, geplante Straßenerneuerungen oder die Verwaltung
der Staatlichen Dombauhütte am Passauer Stephansdom. Politik ist oft näher, als man denkt.
Ein echtes Highlight folgte im Anschluss: der Besuch im Büro des Staatsministers für Wohnen, Bau und Verkehr, Herrn Christian Bernreiter
(ein Niederbayer!). Zwar war der Minister selbst außer Haus, doch seine persönliche Referentin, Dr. Melissa Goossens (eine Absolventin
der Universität Passau für Politikwissenschaften), berichtete aus ihrem ministerialen Arbeitsalltag. Offen, anschaulich und mit viel Elan beantwortete sie die zahlreichen Fragen der Klasse.
In der Vorbereitungsphase, geprägt von vielen Planungsschritten für unsere Reise nach München, wählten die Auszubildenden den
Fachvortrag von Alexander Ruschmaritsch „Wie wollen wir in Zukunft mobil sein?“ Nach einem kurzen Einblick in Mobilitätskonzepte und
auch die Herausforderungen einer bayernweiten App für öffentliche Verkehrsmittel (MoBY) entwickelten die Schülerinnen und Schüler in
einer interaktiven Gruppenarbeit eigene Zukunftsideen für Passau.
Die Ergebnisse, bereichert um Perspektiven indonesischer und kenianischer Mitschüler, konnten sich sehen lassen – von Seilbahnen über
Wassertaxis bis hin zu elektrobetriebenen Bussystemen war alles dabei. Manche Ideen klangen zunächst wie Science-Fiction, wurden aber
im anschließenden Austausch gemeinsam auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.
Kreativität trifft Realität – und alle hatten sichtlich Spaß dabei.
Frisch gestärkt im „Casino“, der Kantine im Ministerium, inklusive Dachterrasse und wunderschönem Blick über München, traten die
Schülerinnen und Schüler einen Wettbewerb an. Herr Schmidt von der BLZ führte wie ein professioneller Moderator durch Quizfragen sowohl
zu den Inhalten des Vormittags als auch zu allgemeinen politischen Themen passend zur Überschrift „Lernort Staatsregierung“. Der Ehrgeiz war geweckt, und es wurde eifrig diskutiert.



