„Demokratie – das sind wir!“

Wenn Demokratie auf den Tisch kommt

Die Karl-Peter-Obermaier-Schule hat mit dem Projekt demokraTISCH ein Format gestartet, das Demokratiebildung und interkulturelle Begegnung verbindet. Auszubildende der Köche-Klassen und eine Berufsintegrationsklasse (BIK) kochten gemeinsam in der Schulküche, planten ein interkulturelles Buffet und nutzten das gemeinsame Arbeiten als Einstieg für Gespräche.

Kochen war hier der Eisbrecher: In gemischten Teams wurden Rezepte ausgetauscht, Sprach- und Kulturbarrieren spielerisch überwunden und Vertrauen aufgebaut. „Das gemeinsame Kochen war perfekt, um ins Gespräch zu kommen“, so Michael Kerschbaum, Lehrer für Fachpraxis Küche. Teilnehmende lobten, dass man beim gemeinsamen Zubereiten schnell merkt, woher die anderen kommen — und wie man Entscheidungen zusammen trifft.

Im Schulrestaurant wurden deutsche und internationale Spezialitäten serviert, begleitet von moderierten Runden zu Themen wie Freiheit, Respekt und Mitbestimmung. Projektleiterin Katharina Landgraf ermutigte die Teilnehmenden, mit aktiver Beteiligung ein starkes Zeichen zu setzen: „Demokratie lebt nicht von allein – sie braucht uns. Unser Mitreden, Mitdenken und Mitmachen. Demokratie beginnt im Kleinen, wächst aber mit jedem mutigen Wort. Eure Stimme zählt nicht nur, sie wirkt.“

Die Schüler griffen die Idee begeistert auf, Demokratie nicht als abstraktes Konzept zu begreifen, sondern als gelebte Praxis erfahrbar zu machen. Die Gespräche am runden Tisch – moderiert von Schülerinnen und Schülern – drehten sich um Freiheit, Respekt, Mitbestimmung und die Rolle jedes Einzelnen in der Gesellschaft. Gerade die entspannte Verbindung von kulinarischer Neugier und ernsthaftem Diskurs verlieh dem Nachmittag seinen besonderen Reiz. Besonders bereichernd war der Austausch persönlicher Erfahrungen: Die Schüler brachten ihre Perspektiven aus den Herkunftsländern ein, während die angehenden Köche ihre Vorstellungen von demokratischem Handeln in Schule, Ausbildung und Beruf beisteuerten.

Am Ende zeigte demokraTISCH, wie Kochen, Essen und Reden Brücken bauen können. Regina Kaiser, Leiterin der Nebenstelle, te das Format des „demokratischen Dinners“ künftig dauerhaft etablieren. Für sie hat der Projekttag deutlich gemacht: „Demokratie ist kein fertiges Gericht, sondern ein Rezept, das man gemeinsam immer wieder neu abschmecken muss.“